Sylvester - Henriette Köhler
Ein Jahr verronnen
Das kaum begonnen,
Mein Herz betrübt;
Viel' sind geschieden
Und ruh'n in Frieden,
Die ich geliebt.
Manch teurer Hügel
Scheint mir dein Siegel,
Vergänglichkeit!
Wird, die sie decken,
Dein Oden wecken,
O, Ewigkeit?
Die Gruft, sie schweiget,
Der Glaube neiget
Sich mild herab;
Er lehrt uns hoffen
Und zeigt uns offen
Das dunkle Grab.
Christ ist erstanden,
Die Zweifel schwanden,
Weil Jesus lebt,
Er will die Seinen
Um sich vereinen,
Wer ist's, der bebt?
Ruht denn ihr Müden,
Ihr fandet Frieden
Nach Erdenleid,
Es flüstern Lüfte
Um eure Grüfte,
Von Seligkeit.
Wir aber treten
Vor Gott und beten:
O Herr bewahr' -
Sie, die wir lieben,
Die uns noch blieben,
Im neuen Jahr'.
