Lobpreisung der Liebe Jesu,
des Gekreuzigten
Charlotte Elisabeth Nebel

Ich sehe dich, mein Bräutigam,
Mein allerliebstes Leben,
An dem verfluchten Kreuzesstamm
Im größten Leiden schweben.
Was hat dich doch dahin gebracht,
Daß du mich hast so hoch geacht,
Ja dich für mich gegeben.

Die Liebe, o mein Seelenfreund,
Ist hoch bei dir gestiegen.
Du sahest mich als deinen Feind
In meinem Blute liegen.
Die Liebe bindt und tötet dich:
O bind auch, lieber Heiland, mich
Mit Seilen deiner Liebe.

Die Liebe ziehet dich herab
Zu mir auf diese Erden.
Die Liebe leget dich ins Grab,
Daß ich könnt lebend werden.
Sie kreuziget und geißelt dich.
Laß doch, mein guter Hirte, mich
Dein treues Schäflein bleiben.

Drück, teurester Immanuel,
Dein Leben, Leiden, Sterben,
Recht tief in meine Seel.
Laß mich den Segen erben,
Den du, mein Heil, erworben hast,
Da du am Kreuz auch meine Last,
Ja allen Fluch getragen.

Dir geb ich mich auf ewig hin,
Weil du für mich gelitten.
Dein ist mein Leib, Seel, Geist und Sinn,
Weil du für mich gestritten.
Ich weiß von keinem andern Heil.
Ach laß mich ewig meinen Teil
An deinem Leiden haben.