Meeresstrand - Robert Eduard Prutz

Ja, das ist dasselbe Meer,
Sind dieselben Wellen,
Die der Liebsten holde Spur
Schmeichlerisch umquellen!

Eine Rose, hier versenkt,
Schwimmt an ihre Küste,
Gleich als ob sie Weg und Ziel
Meiner Sehnsucht wüßte.

Welle kommt und nickt mir zu,
Welle fließt zurücke,
Und so wird das falsche Meer
Sichre Liebesbrücke.

Walle, woge, liebes Meer,
Fern zu meiner Schönen,
Laß aus jeder Welle ihr
Meinen Namen tönen!

Jeder Stern, aus feuchtem Blau
Leuchtend ihr zu Füßen,
Soll sie wie ein Lächeln aus
Treuem Auge grüßen.

An des Meeres kühlem Strand,
Wenn die Wellen schäumen
, O wie läßt's vom Wiedersehn
Sich so lieblich träumen!