An sprudelnder Quelle - Mathilde Wesendonck

An sprudelnder Quelle
Da sitzet ein Weib,
Die plätschernde Welle
Bespült ihr den Leib.

Sie träget von Golde
'ne funkelnde Kron',
Es ruhet die Holde
Auf saphirnem Thron.

Sie reihet an Schnüren
Sich Perlen zum Kranz,
Die Wellen entführen
Sie spielend im Tanz.

Und wie sie auch schlinget
Und windet mit Fleiß,
Zu schließen gelinget
Ihr nimmer den Kreis.

Die Köstlichen schwellen
Vom Schoß ihr herab,
Es schlingen die Wellen
Sie jauchzend hinab.

Gar manche entsinket
Der rührigen Hand,
Die winket und blinket
Herauf aus dem Sand.

Da klaget den Wellen
Die Jungfrau ihr Weh:
Es murmeln's die Quellen,
Es rauschet's die See.