Entschlummert ist die Erde - Mathilde Wesendonck

Entschlummert ist die Erde
Nach heißen Tages Last,
Die liebliche Gebärde
Im Tode ist erblaßt.

Des Lichtes warme Leuchte
Entfiel der Müden Hand,
Und in des Nachttau's Feuchte
Ihr letzter Glimmer schwand.

Es zündet schon der Himmel
Die Totenkerzen an,
Mit säuselndem Gewimmel
Die linden Lüfte nah'n.

Es setzt der Mond, der bleiche,
Im langen Silberhaar,
Sich schweigend zu der Leiche
Und wachet an der Bahr'.