Deutsche Sprache / deutsche Schrift

Deutsche Sprache und deutsche Schrift waren bis Anfang des 20. Jahrhunderts unzertrennlich. Die deutsche Schrift entstand aus den karolingischen Minuskeln zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert. Die Schrift wurde der deutschen Sprache angepaßt und entwickelte sich weiter bis Anfang des 20. Jahrhunderts.

Die deutsche Kurrentschrift ist eine zügig geschriebene Schreibschrift, eine sogenannte Laufschrift (lat.: currere = laufen). Sie zeichnet sich aus durch spitze Winkel ("Spitzschrift") und veränderliche Strichstärke ("Schwellzüge"). In dieser Form wurde sie über 100 Jahre an Schulen gelehrt. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war sie die gebräuchliche Verkehrsschrift in Deutschland.

Die deutsche Kurrent ist nur eine von mehreren sogenannten deutschen Schriften. Die Sütterlinschrift bezeichnet eine reformierte Schreibweise der deutschen Kurrent, die 1911 vom Grafiker und Pädagogen Ludwig Sütterlin im Auftrage des preußischen Kultusministeriums entwickelt wurde und sich in den 1920ern als Schulausgangsschrift durchsetzte.
Die umgangssprachliche Bezeichnung "deutsche Schrift" grenzt sie gegenüber der "lateinischen Schrift" ab, die lange Zeit als Zweitschrift parallel zur deutschen Kurrentschrift gelehrt wurde.

Durch die Vereinheitlichung der Schriften in der Schweiz ging die deutsche Schrift dort verloren. Die Kantone mußten bis 1930 die Schrift umstellen. In den Schulen wurde nur noch die französische oder lateinische Schreibschrift gelehrt.
Im Januar 1941 taxierte Adolf Hitler die deutschen Schriften (Fraktur und Schreibschrift) als Judenlettern, was sofort im deutschsprachigen Raume die Umstellung auf Antiquabuchstaben und lateinische Schreibschrift zur Folge hatte.
Da in den Kirchenrodeln und auch in den Grundbüchern bis ins 20. Jahrhundert diese Schrift vorherrscht und es immer weniger Leute gibt, die sie noch lesen können, ist im Jahre 1986 in der Schweiz die Deutsche - Kurrent - Schrift - Vereinigung, kurz D-K-S, entstanden.